besonders entwicklungsfördernd

Kinder bewegen sich von Natur aus gerne! Unsere Gesellschaft stellt ihnen aber häufig zu wenig kindgerechte und herausfordernde Bewegungsräume zur Verfügung.

Das Qualitätssiegel „besonders entwicklungsfördernd“ zielt darauf, die sensiblen und kritischen Reifungsprozesse der Kinder durch anregende, motivierende und nachhaltige Bewegungsangebote sinnvoll zu unterstützen. Auch soll in der Gesellschaft das Bewusstsein geschärft werden, dass das gesunde und natürliche Bewegungsbedürfnis der Kinder in einem Wechselbezug mit seiner geistig-psychischen und sozialen Entwicklung steht. Somit ist es gerade in Zeiten wachsender Bewegungsarmut für Kinder unerlässlich, auf entwicklungsgemäße „Bewegungsqualitäten“ zurückzugreifen, die sie in alltäglichen Handlungen komplex ausleben können.

Aus diesem Grund fokussiert sich „besonders entwicklungsfördernd“ auf Produkte, Projekte/Initiativen und Konzepte, die diesem Anspruch in Bezug auf die Qualitäten Ganzheitlichkeit, Selbsttätigkeit und Nachhaltigkeit gerecht werden können.

Ein damit in Verbindung stehendes Qualitätssiegel soll dem Endverbraucher transparent machen, dass es sich hierbei um exponierte Angebote handelt, welche den Bewegungsbedürfnissen eines sich in der Entwicklung befindlichen Heranwachsenden in hohem Maße gerecht werden. Die Zertifizierung impliziert nicht, dass andere Spiel- und Bewegungsgeräte keinen Aufforderungscharakter für Kinder besitzen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e. V. (BAG) hat im Jahr 2008 in Kooperation mit der Initiative „Bewegte Schule – Gesunde Schule“ Niedersachsen das Qualitätssiegel ins Leben gerufen.

Kindheit hat sich verändert. Immer mehr wird die körperliche Bewegung zugunsten sitzender Tätigkeiten aus dem Alltag herausgedrängt. Zudem wird spontanes kindliches Spiel- und Explorationsverhalten häufig durch übersichernde Angebote eingeschränkt.

Die Bedeutung von Bewegung hinsichtlich der komplexen und wechselseitigen körperlichen und geistig-psychischen Reifungsprozesse ist heute aber unumstritten. Eine bewegungsauffordernde, herausforderungsreiche und nach den Bedürfnissen der Kinder veränderbare Lebenswelt motiviert sie zu spontanen und für ihre ganzheitliche Entwicklung bedeutende Bewegungshandlungen, ohne dass sie von Erwachsenen dazu besonders motiviert werden müssen. Die natürliche Anlage zum neugiergesteuerten Lernen sorgt bei Kindern dafür, dass sie immer in Bewegung bleiben und zur spielerischen, körperlichen Auseinandersetzung mit ihrer dinglichen und sozialen Umwelt angeregt werden. Sie setzen damit die Grundlage für eine gesunde körperliche, geistige, seelische und soziale Entwicklung.

Vor diesem Hintergrund ist es umso bedeutender, dass

  1. der Alltag der Kinder in Kindertagesstätte, Schule, Freizeit oder Verein mit qualitativen Spiel und Bewegungsangeboten bereichert wird und
  2. die damit in Zusammenhang stehenden Produkte, Projekte/Initiativen und Konzepte den natürlichen und entwicklungsgemäßen Bewegungsbedürfnissen der Kinder optimal entsprechen.

Die Marktsituation aber wird bestimmt durch ein teilweise unüberschaubares Angebot. Ein Großteil der Angebote suggeriert dem Verbraucher ein höchstes Maß an Wirksamkeit, ohne diesen Anspruch auch immer verlässlich einzuhalten. Kindergärten, Schulen, Elternhaus und Kommunen sind angesichts dieser unübersichtlichen Angebotspalette partiell überfordert, die aus ihrer pädagogischen Verantwortung gebotene Entscheidung zu treffen. Darüber hinaus sind für den Beschaffer häufig keine objektiv nachvollziehbaren Qualitätskriterien in Bezug auf die Wertigkeit der angebotenen Produkte/Projekte/Initiativen/Konzepte erkennbar.

Im Zuge der Bewertung der eingereichten Produkte, Projekte/Initiativen und Konzepte steht für uns die entwicklungsanregende Wirkung  im Vordergrund. Das Kind ist ein kreatives, komplexes, anpassungsfähiges, sich selbst organisierendes Individuum. Im Vordergrund seiner Handlung steht die Bewegungsanforderung, das motivierende Bewegungsproblem. Deshalb brauchen Kinder Spiel- und Bewegungsanregungen, mit  hohem Aufforderungscharakter, die ihnen Zeit und Gelegenheit für Experimente und eigene Aktivität lassen.

U. a. werden bei der Bewertung folgende Kriterien einbezogen:

•    Konzeptionelle Grundidee und Ausformung
•    Motorisches Anforderungsprofil und Lerngelegenheiten
•    Spielidee, Spielwert und Nachhaltigkeit
•    Gestaltung und Sicherheit
•    Selbsttätigkeit

Die praktische Anwendung durch die Kinder steht im Mittelpunkt der Bewertung.

Anbieter von Produkten/Projekten/Initiativen/Konzepten, die ihr Angebot mit dem Qualitätssiegel „besonders entwicklungsfördernd“ auszeichnen lassen möchten, beraten wir gerne im Vorfeld hinsichtlich der Möglichkeiten einer Zertifizierung. Ansprechpartner hierfür sind die Projektleiter:

Dr. Dieter Breithecker
Leiter der BAG e. V.
Tel.: 06 127 / 99 99 270
breithecker@haltungbewegung.de

Hermann Städtler
Projektleiter „Bewegte Schule – Gesunde Schule“ in Niedersachsen
Tel.: 0511/1684 5540
info@fns-online.de
Tel.: 0511/1684 5540

Kommt Ihr Produkt/Projekt/Initiative/Konzept für eine Zertifizierung in Frage, wird zwischen Ihnen und der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e. V. ein Vertrag geschlossen und das Angebot von einem Expertenteam der BAG begutachtet.
Erfüllt das Angebot die Kriterien, so erhält es das Qualitätssiegel „besonders entwicklungsfördernd“. Dies wird durch unser Logo kenntlich gemacht, welches Sie im Zusammenhang mit dem zertifizierten Angebot verwenden dürfen. Zusätzlich werden die zertifizierten Produkte und Dienstleistungen auf unserer Internetseite für den Endverbraucher vorgestellt. Besonderes Augenmerk widmen wir dabei der Frage, worin die spezielle Wertigkeit des Angebotes und damit der Nutzen für eine besondere Förderung der ganzheitlichen Entwicklung der Kinder liegt.

Die Qualitätssiegelträger

In den folgenden Kategorien finden Sie die Produkte und Konzepte, die derzeit mit dem Qualitätssiegel „besonders entwicklungsfördernd“ ausgezeichnet sind.