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Das „reizende Büro“ 

May 2010

Die Büroarbeitsplatzgestaltung befindet sich in einem grundlegendem Wandel. Ein Paradigmenwechsel hinsichtlich der noch weit verbreiteten und auf traditionellem Gedankengut basierenden „Doktrin“ vom „richtigen“, dem rückenschonenden Sitzen gilt es dabei zu vollziehen. Die Spezies Mensch, die immer noch die Gene des Sammlers und Jägers in sich trägt ist nicht für längeres Sitzen geschaffen sondern für die Bewegung.

Lust auf Sitzen – Lust auf Arbeiten? Um dieses hehre Ziel zu erreichen, setzt das „reizende Büro“ auf mehr Bewegung im Büroalltag. Es orientiert sich an den lebendigen Bedürfnissen und Erwartungen einer intelligenten Geist-Körper-Einheit.  Die hier zum Tragen kommende Reizsetzung konzentriert sich auf die vestibulär-propriozeptive Sensorik 1 (Sensomotorik). Sie ist unter anthropologischen Gesichtspunkten bedeutend und gewährleistet einen wichtigen Ausgleich zu den im heutigen (Büro-) Alltag überbelasteten optischen und akustischen Sinnesorganen. Ein Mehr an Bewegung bringt den Menschen in die Balance, weil die Sinne sich in Balance befinden.

Der Mensch ist ein Sinnes- und Bewegungswesen. Seine biologischen Funktionen sind seit Jahrmillionen von Jahren auf Gehen, Klettern, Hangeln sowie auf diverse Wechselhaltungen wie Liegen oder Kauern auf dem Boden trainiert. Diese Errungenschaften bürgen für optimale körperliche-geistige und psychische Funktionen - aber eben nur, solange ein Individuum regelmäßig in Bewegung bleibt. Biologische Funktionen benötigen komplexe Reize zur Eigenstärkung. Deshalb gilt es die körpereigenen Kompetenzen moderat zu fordern um sie zu fördern. Statik dagegen bedeutet Stillstand.



 

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Bewegtes Sitzen – Interview mit Dr. Breithecker 

March 2010

FRAGEN:

1.      Die Bedeutung von körperlicher Bewegung im Bezug auf Lernen und Entwicklung steht im Mittelpunkt Ihrer Arbeit. Warum ist die Bewegung für Kinder wie auch für Erwachsene so wichtig?

2.      Was bewirkt Bewegung für welche Körperteile?

3.      Und welche Auswirkungen hat Bewegungsmangel?

4.      Vor allem Schüler und Studenten, aber auch alle Berufstätigen, die am Schreibtisch arbeiten, sitzen die meiste Zeit des Tages. Welche Folgen könnten „falsche“ Stühle für die Gesundheit haben?

5.      Was zeichnet einen Ihrer Meinung nach guten Stuhl aus?

6.      Was für Effekte auf den Körper bewirken Stühle, die verschiedene Sitzpositionen ermöglichen?

7.      Welches sind die wichtigsten Sitzpositionen, die ein Arbeitsstuhl ermöglichen sollte?

8.      Stimmt es, dass die Bewegung beim Sitzen eine zentrale Rolle für unsere Gehirnfunktionen spielt? Und weiterführend für die Motivation beim Lernen?

9.      Gibt es einige konkrete Grundsätze bezüglich der Gesundheit, die jeder beim Sitzen beachten sollte?

10.  Können die richtigen Stühle dazu beitragen, dass Haltungsschäden bei Kindern vermieden werden, dass Rückenschmerzen im Allgemeinen vermieden werden?

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Der Mensch ist keine starre Maßeinheit 

March 2010
Der Bewegungswissenschaftler und Ergonom Dr. Dieter Breithecker, Leiter der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e. V., über richtiges und falsches Sitzen

Herr Dr. Breithecker, Sie wenden sich kritisch gegen die ergonomische „Meßwut“ und propagieren stattdessen einen erweiterten Ansatz ...

Im Mittelpunkt der Ergonomie stehen immer noch anthropometrische Gesichtspunkte, die beispielsweise  bei einem Arbeitsstuhl Sitzhöhe, Sitztiefe, Lendenlordosenhöhe so definieren, dass sie den Körpermaßen von mindestens 90 Perzentil der Menschen entsprechen. Leider gibt es zu den genormten Stühlen nur noch nicht die genormten Menschen. Der Mensch ist keine starre Maßeinheit, die man normieren kann. Deshalb trete ich für eine ganzheitliche Sichtweise des Menschen ein. Es entspricht der anthropologischen Grundannahme, dass der Mensch ein Bewegungswesen ist. ... weiter
 

Körperliche und geistige Gesundheit braucht einen „Haltungswechsel“ 

February 2010

Dieser Beitrag steht für einen grundlegenden Paradigmenwechsel hinsichtlich der noch weit verbreiteten und auf traditionellem Gedankengut basierenden „Doktrin“ vom „richtigen“, dem rückenschonenden Sitzen. Die üblicherweise geforderte, aufrechte, lendenlordosengestützte, mit einem rechtwinkeligen Hüftknick praktizierte Sitzhaltung auf dafür normierten Stühlen kann man zwar einem leblosen Körper zumuten, aber nicht einem auf sensomotorische Inanspruchnahme angewiesenen lebendigen Organismus.

Und wir fangen früh an, diesen Organismus zu einem solchen Sitzverhalten zu „dressieren“. Bereits den Kindern das (Still-) Sitzen zu lehren ist in den westlichen Ländern ein wichtiges Gebot. Dabei ist genau ihr lebendiges, „zappeliges“ Sitzverhalten das Paradebeispiel eines physiologisch richtigen Sitzverhaltens und sich daraus ableitender Sitzverhältnisse.

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Vom lebendigen Sitzen zum lebendigem Arbeiten 

February 2010

Dieser Beitrag steht für einen grundlegenden Paradigmenwechsel hinsichtlich der noch weit verbreiteten und auf traditionellem Gedankengut basierenden „Doktrin“ vom „richtigen“, dem rückenschonenden Sitzen. Die üblicherweise geforderte, aufrechte, lendenlordosengestützte, mit einem rechtwinkeligen Hüftknick praktizierte Sitzhaltung auf dafür normierten Stühlen kann man zwar einem leblosen Körper zumuten, aber nicht einem auf sensomotorische Inanspruchnahme angewiesenen lebendigen Organismus.

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